Die historische Hauptbibliothek samt Bücherdepot der Universität Wien wird umfassend saniert, funktional neu geordnet und räumlich geöffnet. Ziel der Modernisierung ist es, ein zeitgemäßes Lern- und Arbeitsumfeld zu schaffen, das den Anforderungen von Studierenden und Forschenden gerecht wird.

Eingang und Orientierung

Die neu gestaltete Eingangssituation entlang der Reichsratsstraße bildet den eigenständigen, klar erkennbaren Zugang zur Bibliothek und unterscheidet sich bewusst von den bestehenden Ausgängen der Stiegen 11 und 12. Die transparente Ausführung ergänzt die steinerne Bestandsfassade zurückhaltend und schafft eine eindeutige Adresse für den Haupteingang. Gleichzeitig ermöglicht die neue Eingangsgestaltung eine intuitive Orientierung und leitet die Besucherinnen und Besucher in die zentralen Funktionsbereiche der Bibliothek.

Raumstruktur und Funktion

Unterhalb des 1. Obergeschoßes wird die Bücherspange durch die Demontage der Stahlregalanlagen entkernt. Die dadurch freiwerdenden Flächen werden über unterschiedlich hohe Ebenen und klar definierte Raumtiefen neu gegliedert und fassen die zentralen Funktionen des Bibliotheksbetriebs zusammen. Ergänzend entstehen neue Stiegenhäuser, die eine sichere Entfluchtung des Lesesaals gewährleisten. Die Umgestaltung schafft eine klare, übersichtliche Raumstruktur, die sowohl individuelle als auch kollektive Lern- und Arbeitsformen unterstützt.

Historische Substanz und neue Konstruktionen

Die historische Decke in diesem Bereich bleibt erhalten und wird behutsam durch neue vorgespannte Stahlbetonträger ergänzt. Dadurch kann die neue Ebene über dem Hochparterre abgehängt werden, ohne zusätzliche Stützen einbringen zu müssen. Die Stahlbetonträger werden unter Rücksichtnahme auf die historischen, mit Stuck profilierten Unterzüge positioniert, sodass der historische Raumeindruck gewahrt bleibt, während die modernen Konstruktionen ein zeitgemäßes Erscheinungsbild erzeugen.

Materialien, Atmosphäre und Tageslicht

In den Hauptbereichen prägen dezente Holzelemente die Raumwirkung und schaffen eine warme, einladende Atmosphäre im Kontrast zu den historischen Putzflächen. Akustisch wirksame Flächen sind integrativ in die Holzelemente sowie in die Deckenuntersicht der Galeriebene eingebunden. In den oberen Geschossen sorgen Glastrennwände für eine optimale Tageslichtführung und transparente Übergänge zwischen den Räumen. Partiell geöffnete Deckenbereiche machen die historischen Glasdächer der Büchertürme sichtbar, wodurch die historischen Elemente erlebbar bleiben und gleichzeitig die moderne Raumgestaltung unterstützt wird.


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