Das Amtshaus des 2. Wiener Gemeindebezirks wurde 1906 errichtet und steht heute mit seiner neobarocken Fassade samt Mansarddach, Eingangsbereich mit Vestibül und seinem Prunkstiegenhaus unter Denkmalschutz. Unter Berücksichtigung dieser erhaltenswerten Substanz soll es im Rahmen einer Generalsanierung um einen Dachgeschoßausbau und eine Aufstockung erweitert, sowie barrierefrei zugänglich werden. Das besondere Augenmerk liegt hierbei auf der Neustrukturierung des Erdgeschoßes sowie einer möglichst effizienten Nutzung des Dachgeschoßes.
Architektur und konzeptionelle Überlegungen
Der zentral in der Straßenfassade liegende Haupteingang bleibt erhalten und wird durch einen dahinterliegenden großzügigen Windfangbereich mit Glasschiebetüren ergänzt. Durch seitliche Öffnungen der Eingangshalle hin zu den benachbarten Achsen entsteht in Zusammenspiel mit einem der beiden neuen Aufzüge die Möglichkeit, den Hauptzugang barrierefrei zu erschließen.
Über eine klare und wesentlich vereinfachte Gangstruktur wird das neue Stiegenhaus hinter dem Prunkstiegenhaus im Bereich des hinteren Lichthofs erreicht. Dort befindet sich auch der zweite neue Aufzug, der alle Geschoße für BesucherInnen und MitarbeiterInnen zugänglich macht. Die Umstrukturierung der Erschließung ermöglicht eine Maximierung der Büro- und sonstigen Nutzflächen im gesamten Gebäude.
Die Situierung des großen Festsaals mit all seinen zusätzlichen Nebenfunktionen erfolgt im gartenseitigen Bereich des Erdgeschoßes – der anschließende Grünraum des hinteren Hofes ermöglicht eine Erweiterung des Festsaalbetriebes auf einer frei bespielbaren Terrasse. An der Stirnseite lässt sich der Festsaal durch große, öffenbare Paneele mit dem Foyer verbinden und so ein nahtloser Raumverbund realisieren. Die flexible Ausgestaltung des großen Saals ermöglicht unterschiedlichste Nutzungen als Festsaal, Sitzungssaal, Veranstaltungszentrum und Wahlbüro.
Das Volumen des Dachgeschoßes wird unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben maximiert und soll hochwertige Büro-, Besprechungs- und Sozialräume mit großzügiger Belichtung beherbergen. Im straßenseitigen Dachraum wird das Bezirksmuseum untergebracht.
Der eingeschoßige Dachgeschoßausbau erfolgt unter Rücksichtnahme auf den historischen Dachstuhl, der im oberen Bereich unverbaut bleibt und vom Museum aus betrachtet werden kann.
